zur Druckansicht

Fachtagung 2015

Vor 25 Jahren wurde der Verband der österreichischen Estrich-Hersteller gegründet. Trotz Feierstimmung, Ehrungen und einem unterhaltsamen Abendprogramm stand auch bei der Jubiläums-Generalversammlung die Fachinformation im Mittelpunkt.

Eine Werksbesichtigung, der Bericht über die Verbandsaktivitäten, Neuwahl, Ehrungen und Fachvorträge – das Programm der VÖEH-Generalversammlung am 22. Oktober 2015 war umfangreich. Gastgeber war  die Firma Lafarge Zementwerke GmbH in Retznei. Mehr als 70 Teilnehmer beteiligten sich schon an der Werksführung und zeigten von Beginn an ihr Interesse. VÖEH-Obfrau Christa Pachler bedankte sich bei den Verbandsmitgliedern für ihr Kommen und bei Erwin Platzer von der Firma Lafarge für die Einladung und die Gastfreundschaft. Das Lafarge Zementwerk in Retznei (Ehrenhausen) präsentiert sich als starker und verantwortungsbewusster Industriestandort in der Südsteiermark. Mit einer Jahreskapazität von 500.000 Tonnen Zement ist Retznei eines der größten Zementwerke Österreichs.

Überblick über die Verbandsaktivitäten
„Unser Lohn für unsere Arbeit ist Ihr Kommen“, bedankte sich auch Vorstandsmitglied technischer Referent Robert Tucheslau bei den Anwesenden. Er gab einen Überblick über die Verbandsaktivitäten und präsentierte die Themenschwerpunkte. Hier würde sich der Vorstand noch mehr Input wünschen. „Um unsere Aktivitäten zu unterstützen, brauchen wir Themen“, forderte Robert Tucheslau ein, der sich auch durchaus kritisch über die Situation am Estrichmarkt äußerte. „Es ist kurios, dass es in der Branche mehr Beschäftigte und gleichzeitig mehr Arbeitslose gibt“, so Tucheslau. Als Verband nutze man auch sein Mitspracherecht bei geplanten Gesetzesänderungen. Ein wichtiger Punkt sei, einfließen zu lassen, dass 70 Prozent der Kernleistungen mit Eigenpersonal zu erfolgen habe.

Themen waren auch die diesjährige Werbelinie unter dem Motto „Auf die richtige Mischung kommt´s an“ und die neue Homepage, die ein zeitgemäßes Design erhalten hat. Besondere Bedeutung kommt weiterhin dem internen Mitgliederbereich zu, wo exklusiv für die VÖEH-Mitglieder Informationen bereitgestellt werden und diesen einen Wissensvorsprung garantieren. Der Estrich-Verband erfüllt auch eine wichtige Networking-Funktion. Bestens eignet sich dafür der Schitag, der nach dem äußerst erfolgreichen Auftakt im Winter 2015 auch im Jänner 2016 wieder in Leogang stattfinden wird.

Dass die VÖEH-Mitglieder mit der Arbeit ihres Verbandes einverstanden sind, bestätigte die einstimmige Wiederwahl des Vorstands. Franz Böhs und Robert Tucheslau überraschten schließlich die Obfrau und bedankten sich für den Verband bei „Motivationsmotor“ Christa Pachler, die seit 10 Jahren dem Verband vorsteht.

25 Jahre VÖEH
Was vor 25 Jahren mit sieben engagierten Unternehmern begann, hat sich zu einer dynamischen Plattform für Estrich-Hersteller entwickelt. Vorstandsmitglied Franz Böhs erinnerte an die Anfänge: „Es fanden viele Vorgespräche statt, bevor es 1990 zur Verbandsgründung kam. Aber es war schließlich ein richtungs- und zukunftsweisender Schritt“. Gäste der Jubiläums-Generalversammlung waren die Gründungsmitglieder Alois Lentner und Gustav Sombori, die mit ihren Geschichten die Zuhörer unterhielten. „Damals ging es mit einem gesunden Schwung aufwärts. Industrie, Wirtschaft und Estrichleger arbeiteten zusammen“, ergriff Sombori das Wort und meinte abschließend: „Ich appelliere an alle ihren Beitrag zu leisten, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Nur gemeinsam kann man stärker werden“. Lob gab es von Alois Lentner für die beachtliche Entwicklung des Verbandes. „Wir wollten damals einen Verband gründen, doch das Wie war nicht so einfach. Wir sieben Estrichleger haben damals 5.000 Schilling eingezahlt, um ein Budget zu haben“.

Mit Ehrenurkunden wurden die beiden Gründungsmitglieder ausgezeichnet und Franz Böhs hob die Weitsicht der Verbandsgründer hervor: „Es gibt keine erfolgreiche Branche ohne unterstützende Maßnahmen. Vernünftige Rahmenbedingungen sind wesentlich und die gelingen nur dem Verband“. Zentrales Thema war von Anfang an „Qualität“ und auch heute noch steht diese an erster Stelle – in Beratung, Herstellung und Verarbeitung.

Fachinformation im Mittelpunkt
Der zweite Teil der Jubiläums-Generalversammlung gehörte wieder den Fachvorträgen. DI Dr. Karl Deix referierte zum Thema „Estrichaustrocknung“. Trocknungsbeschleuniger werden heutzutage im vermehrten Ausmaß als Zusatzmittel für Zementestriche eingesetzt. Sie sollen eine frühere Verlegung der Beläge erlauben, die aufgrund der großen Estrichdicken und ungünstigen raumklimatischen Bedingungen sonst nicht möglich wäre. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die von Produkthersteller gemachten Versprechungen zutreffen bzw. welche Einflüsse zu beachten sind. Dazu wurden mehrere handelsübliche Produkte in einem umfangreichen Prüfprogramm untersucht.

Nach einer Kaffeepause stand der Vortrag „Bauzeitverlängerung-Leistungsverdünnung“ am Programm. DI Dr. Gerold Goger und DI Markus Gmoser sprachen über rechtliche und bauwirtschaftliche Grundlagen und Produktivitätsverluste durch gestörte Bauabläufe. Es gibt eine Vielzahl an Störungen auf einer Baustelle, Mehrkostenforderungen stehen auf der Tagesordnung.  Ziel der Veranstaltung: Die Einhaltung der wesentlichen Grundregeln. „Alles was an Verzügen auftritt sollte dokumentiert werden“, gaben die Vortragenden den Zuhörern mit auf den Weg.

Nach der geballten Ladung Information und einer regen Diskussion ging es nach Gamlitz ins Hotel Restaurant Weinlandhof, wo auf Einladung der Firma Lafarge ein dreigängiges Abendmenü  auf die Teilnehmer wartete. Die gemütliche Atmosphäre regte zu intensiven Gesprächen an, das Unterhaltungsprogramm mit dem „Lustigen Hermann“  führte schließlich zu ausgelassener, heiterer Stimmung und war ein gelungener Abschluss der VÖEH-Generalversammlung zum 25. Bestandsjubiläum.

> Zurück zur Übersicht