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Fachtagung 2017

Der VÖEH hat sich als erfolgreiche Branchenvertretung etabliert und arbeitet gezielt mit Marketingaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit an der Verbesserung der Positionierung und am Image der Estrichbranche. Im Rahmen der Generalversammlung gab es für die Mitglieder wieder Informationen, Neuigkeiten und die Möglichkeit zur Diskussion.

Am 16. November 2017 lud der VÖEH zur jährlichen Generalversammlung. Treffpunkt war diesmal die Firma Fankhauser Estriche GmbH / IBOD Industrieboden in Kramsach in Tirol. Nach einem ersten regen Austausch bei Speisen und Getränken bat Geschäftsführer Michael Fankhauser zu einer Filmvorführung, wo anschaulich die Verarbeitung und der Einsatz der hochwertigen Bauprodukte des Unternehmens zur Boden- und Wandgestaltung dargestellt war. Entwicklung, Innovation und Erfahrung prägen die über 30-jährige Firmengeschichte. Im hauseigenen Labor werden neue Materialkombinationen und Stoffe getestet. Neue, standardisierte Verarbeitungstechniken garantieren Qualität für Generationen. Know-how, Beratung und besonders die bestätigten Qualitätsmerkmale werden von Architekten, Industrie, Gastronomie über Planungs- und Bauleitungsbüros bis hin zum privaten Hausbauer, wie auch von der öffentlichen Hand geschätzt.

Bericht über die Verbandsaktivitäten
Im Hotel Zillertal in Strass im Zillertal fand anschließend die Generalversammlung statt. Obfrau Christa Pachler bedankte sich bei Michael Fankhauser für die Gastfreundschaft und bei den zahlreich erschienenen Mitgliedern und den Vortragenden für ihr Kommen.
Am Beginn der Tagesordnung stand der Bericht über die Verbandsaktivitäten, den Robert Tucheslau, technischer Referent des VÖEH, präsentierte. Mit den umfangreichen Marketingmaßnahmen macht der Verband auf die Probleme von Estrichlegern bei Planern und Bauherren aufmerksam. Zahlreiche Fachvorträge rücken regelmäßig die Anliegen des Verbandes und der Estrichhersteller in den Mittelpunkt. Auch die Estrich-News und und ein jährlicher Estrichsonderteil im Trockenbaujournal bringen die Anliegen der Estrichhersteller in die Öffentlichkeit. „Wir wünschen uns Beiträge und Input vor allem auch aus den westlichen Bundesländern“, merkte Robert Tucheslau an und wies in diesem Zuge auf die Verbandshomepage hin, die viel Brancheninformationen, Stellungnahmen zu aktuellen Fachthemen, Gutachten, Normen etc. bereithält und über einen exklusiven Mitgliederbereich verfügt. Weiters ist der VÖEH mit vier Personen im Normenausschuss vertreten. Die Politkampagne, die der VÖEH heuer im Frühjahr startete, rief großes Medienecho hervor. „Wir sehen uns in missionarischer Position“, meinte Tucheslau, als er die Aktion vorstellte. Politiker bekamen per Post eine Urne und wurden auf das Sterben der österreichischen Unternehmen im Baunebengewerbe aufmerksam gemacht. „Es gab zwar Rückmeldungen aus verschiedenen Ministerien, aber keiner hat begriffen, worum es uns wirklich geht“, sagte Tucheslau. „Wenn die neue Regierung steht, müssen wir darauf hoffen, dass unsere Anliegen eine Chance bekommen, behandelt zu werden“, schloss Robert Tucheslau seine Ausführungen.

Obfrau einstimmig bestätigt
In weiterer Folge stand die Neuwahl des Vorstands auf dem Programm. Der Wahlvorschlag wurde dabei einstimmig angenommen und Obfrau Christa Pachler für weitere zwei Jahre bestätigt. Mit einem Ausblick auf die kommenden Winterfachtage im Jänner schloss die Obfrau die Generalversammlung und bat die Gastreferenten um ihre Beiträge.

Vortrag zum Thema Schallschutz
Die Bedeutung der Bauphysik hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen: Ein Schwerpunkt der Bauphysik ist die Realisierung von Schallschutz in Wohnungen und Gebäuden. Martin Franz Tichelmann, Sachverständiger für Bauphysik, sprach über die Unterschiede zwischen Trittschallschutz und Körperschall, erläuterte die Trittschalldämmung Mineralwolle vs. Styropor, stellte die Probleme und Erfahrungen eines Bauphysikers dar, analysierte Beispiele aus der Praxis und die damit durch Nutzungsänderung bedingten anderen schalltechnischen Anforderungen. Schlussendlich stellte Tichelmann die Frage: Was muss ein Estrichleger beachten bzw. vorbereiten, wenn er mit einem Bauphysiker eine Schallmessung vor Ort durchführt? Dazu gehören u.a. ein sicherer Zugang, Strom, Beleuchtung, Pläne und Aufbauten, kein Baulärm, geschlossene Volumen, das Abkleben von Lüftungen, Fenster-Schalldämmlüfter, Installation, Schächte, Kabelkanal, etc. Die Zuhörer zeigten sich sehr interessiert und stellten dem Sachverständigen im Anschluss zahlreiche Fragen zum Thema.

Die Leistungsabweichung im Bauablauf
Nach einer kurzen Pause folgte der Vortrag von Roland Haring zum Thema „Stört ein gestörter Bauablauf?“ Im Konkreten ging es dabei um die Leistungsabweichung. Darunter versteht man eine Veränderung des Leistungsumfangs entweder durch eine Leistungsänderung (Abweichung, die vom Auftraggeber angeordnet wird) oder durch eine Störung der Leistungserbringung (Leistungsabweichung, deren Ursache nicht aus der Sphäre des Auftragnehmers stammt). Beispiele für Leistungsänderungen sind Änderung in der Planung, Ausführungsänderungen wegen technischer Notwendigkeit, Qualitätsänderungen, Verschiebung von Leistungsteilen, Anordnung einer Forcierung. Störungen der Leistungserbringung sind fehlende oder mangelhafte Pläne, fehlende oder mangelhafte Vorunternehmerleistungen, geänderte Bodenverhältnisse, unabwendbare Ereignisse. Was ist zu tun bei Erkennen von Leistungsabweichungen? Vorab müssen die Auswirkungen von Leistungsabweichungen geprüft werden, um festzustellen, ob ein Anspruch des Auftragnehmers auf Anpassung der Leistungsfrist und/oder des Entgelts besteht. Haring hielt fest, dass eine Anmeldung von Ansprüchen nichts Verwerfliches sei. Wichtiges Schlagwort: Dokumentation. Im Streitfall muss jede Partei das Vorliegen der Voraussetzungen des Anspruchs, auf den sie sich stützt, beweisen. Eine aussagekräftige Dokumentation ist die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Durchsetzung und Abwehr von Ansprüchen auf Mehrkosten! Empfehlenswert ist es, dafür Checklisten und Formulare zu verwenden, die sich bereits bewährt haben. Schwieriger als die Dokumentation von Leistungsabweichungen gestaltet sich die Dokumentation von Auswirkungen. Den umfangreichen Ausführungen von Bauwirtschafter Roland Haring folgten zahlreiche Fragen der interessierten Zuhörer und es entwickelte sich eine spannende Diskussion.

Zum Abschluss der Generalversammlung nutzte die versammelte Estrich-Community beim gemeinsamen Abendessen die Gelegenheit für persönliche Gespräche und zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch.




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