Estrich News

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Fugen im Estrich

Vom Ausgleich der Kräfte

Ob beheizter oder unbeheizter Estrich – Fugen sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal

Fugen unterteilen größere Flächen in kleinere Flächen oder trennen Flächen von anderen Bauteilen. Es werden unterschieden:

  • Bewegungsfugen
  • Randfugen
  • Scheinfugen/Schwindfugen

BEWEGUNGSFUGEN

Im Grunde ist es so, dass jede Fuge irgendeine Bewegung aufnehmen kann bzw. ermöglicht. Selbst eine hartgeschlossene Fuge wird allerkleinste Bewegungen ermöglichen. Dennoch wird in Fachkreisen der Begriff „Bewegungsfuge“ deshalb verwendet, weil hier klargestellt werden soll, dass eine solche Fuge horizontale und vertikale Bewegungen der getrennten Bauteile ermöglicht.

Die Anordnung und Ausbildung von Bewegungsfugen ist bereits bei der Planung festzulegen. Ein Gewerk allein kann nicht über die Notwendigkeit und Anordnung von Bewegungsfugen entscheiden. Der zur Verlegung kommende Belag muss bei der Anordnung und Lage der Bewegungsfugen Berücksichtigung finden.

In den Fällen, wo bereits im tragenden Untergrund Bewegungsfugen vorhanden sind, müssen diese an gleicher Stelle durch den gesamten Querschnitt des Estrichs einschließlich der Beläge geführt werden. Bei einem Heizestrich werden darüber hinaus weitere Bewegungsfugen benötigt. In diesen Fällen wird dann die Bewegungsfuge im Estrich, einschließlich Beläge, bis auf die Wärme/Trittschalldämmung geführt.

Bei Bauwerksfugen und Bewegungsfugen wird der Einbau von Abschlussprofilen in den Estrich empfohlen, um einen geraden Fugenverlauf im Bodenbelag und geraden Anschluss des Bodenbelages sicherzustellen.

Baudehnfugen
Baukörperbewegungsfugen sind im Estrich in Form von Bewegungsfugen zu übernehmen, auf das ausreichende Bewegungsspiel ist zu achten.

Fußbodenbewegungsfugen
Bewegungsfugen werden ausgeführt, um Längenänderung durch Schwinden, Temperaturänderung oder Verformung unter Belastung, sowohl in waagrechter als auch in senkrechter Richtung zu ermöglichen.

RANDFUGEN

Aufgehende und die Bodenkonstruktion durchdringende Bauteile (z.B. Steigleitungen usw.) müssen durch Randfugen vom Estrich getrennt werden.

Randfugen sind durch schalldämmende Randstreifen bis auf den tragenden Untergrund bzw. bis zur unteren Lage der Dämmschicht auszubilden.

SCHEINFUGEN

Werden angeordnet, um Verkürzungen des Estrichs, z.B. infolge Schwindens, zu ermöglichen. Um Risse zu vermeiden, teilt man die Fläche in möglichst quadratische Felder ein. Der Estrich wird üblicherweise mit der Glättkelle 1/3 der Estrichdicke eingeschnitten.

BEI ALLEN ESTRICHEN AUF DÄMMSCHICHT

Darüber hinaus notwendige Fugen sind so anzuordnen, dass gedrungene Felder (Länge möglichst nicht größer als 2x Breite) entstehen.
Geometrische Randbedingungen, wie zum Beispiel einspringende Ecken, etwa an Wandpfeilern und Kaminen sowie in Bereichen von Erweiterungen oder Verengungen der Estrichfläche, sind zu berücksichtigen.
Bei unbeheizten Zementestrichen werden bei den genannten geometrischen Randbedingungen in der Regel Scheinfugen als Sollbruchstellen angelegt. Fugen müssen gegen Höhenversatz durch Dübel, die Bewegung in waagerechter Richtung zulassen, gesichert werden. Bei Fahrbeanspruchung (z.B. Krankenhausfluren) ist die Kantenpressung bei der Auswahl der Fugenausbildung besonders zu berücksichtigen.

BEI HEIZESTRICHEN ZUSÄTZLICH

Die falsche Anordnung und Ausbildung von Fugen ist die häufigste Schadensursache bei beheizten Fußbodenkonstruktionen.
Estrichfelder ab etwa 40 m2 sollen durch Bewegungsfugen getrennt angelegt werden. Bei Flächen unter 40 m2 sollen bei diesen Estrichen auch dann Bewegungsfugen angelegt werden, wenn eine Seitenlänge 8 m überschreitet. Darüber hinaus wird nach Norm empfohlen, bei Heizestrichen Bewegungsfugen im Estrich und im Bodenbelag unabhängig von der Art des Estrichs und des Bodenbelags in jedem Fall entsprechend den angegebenen Flächenmaßen anzuordnen.
Wird bei Anhydrit darauf verzichtet, sollte jedoch der Randstreifen entsprechend dicker dimensioniert werden. Letzteres hat sich insbesondere bei Anhydritfließestrichen in der Praxis bewährt. Anderslautende Herstellerrichtlinien sind allerdings zu beachten.
Die Praxis hat auch gezeigt, dass beheizte Zementestriche, je nach Grundriss, bei Anordnung von Scheinfugen nach den angegebenen Flächenmaßen und entsprechend dickerer Dimensionierung der Randstreifen, ohne Bewegungsfugen ausgeführt werden können. Scheinfugen anstelle von Bewegungsfugen können bei beheizten Zementestrichen auch in Türleibungen und Durchgängen angeordnet werden, wenn nicht mehrere Räume hintereinander liegen und die Randfugen ausreichend dimensioniert werden. Sind Bewegungsfugen innerhalb einer Heizestrichfläche erforderlich, so müssen die Heizsysteme die Ausbildung von Bewegungsfugen ermöglichen. Bei Heizestrichen sollen Bewegungs- und Randfugen nur von Anbindeleitungen und nur in einer Ebene überquert werden. Im Bereich der Bewegungs- und Randfugen sollen die Anbindeleitungen mit einem flexiblen, dünnwandigen (ca. 2mm) Schutzrohr von etwa 0,3 m Länge umhüllt werden.

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