Fließestrich – das Ende des „Kniefalls“
Anhydrit-Fließestrich, der Estrich der Zukunft, ist schon heute mehr als ein Trend. Mit einem Schlauch verteilt der Estrichleger im Stehen den Fließestrich gleichmäßig im Raum. Der Fließestrich ist selbstverlaufend, selbstverdichtend und lässt sich leicht mit der Schwabbelstange oder mit einem Besen glätten. Der traditionelle "Kniefall" des Estrichlegers gehört damit der Vergangenheit an. Beispielsweise umschließt er aufgrund seiner Konsistenz die Heizungsrohre besser als herkömmlich eingebrachte Estriche. Das bedeutet eine Einsparung der Heizkosten, da die Wärmeleitfähigkeit wesentlich höher ist!Beim regelmäßigen Erfahrungsaustausch innerhalb des VÖEH ist in den letzten Jahren immer mehr die Entwicklung zum Fließestrich zu bemerken. Fließestrich ist ein Baustoff, der wirtschaftliche, baustofftechnische, ergonomische sowie einbauspezifische Vorteile ideal miteinander verbindet. Fließestriche auf Basis von CaSO4 haben sich seit Jahren im Innenbereich bewährt, diese Estriche werden umgangssprachlich meist mit „Anhydrit-Fließestriche" bezeichnet, die Bezeichnung war bis 1994 auch richtig, da es bis zu diesem Zeitpunkt nur Anhydrit aus Naturvorkommen bzw. aus REA-Gipsen gab. Eine neue Variante des Bindemittels „Gips" ist jedoch das Alpha-Halbhydrat.
Vorteile:
- Frühfestigkeit durch raschere Abbindereaktion, dadurch frühere Belastbarkeit und Begehbarkeit möglich.
- Keine Sinterhautbildung an der Oberfläche, daher kein Anschleifen (Lüftungsschliff) notwendig - höhere Oberflächenqualität (bei Einhaltung der Verarbeitungsricht¬linien).
Calziumsulfatließestriche sind auch für Räume mit üblicher Luftfeuchte wie häusliche Küchen und Bäder geeignet. Auch in Kellerräumen können abhängig von der Nutzung, Fließestriche ohne Durchfeuchtungsschutz von oben verlegt werden. Nicht geeignet sind Calziumsulfatfließestriche für gewerbliche Küchen oder Waschräume oder in Räumen in denen Schwimmbäder eingebaut werden (stark wasserbeanspruchte Räume).
Argumente für den Einsatz von Fließestrich:
- Schneller Baufortschritt durch kurze Einbauzeiten
- Geringere Estrichdicken
- Großflächige und nahezu fugenlose Verlegung
- Ebene Flächen, kein Schüsseln
- Optimal für Fußbodenheizungen
- Hohe Biegezug- und Druckfestigkeiten
- Idealer Untergrund für alle Beläge
- Kürzere Bauzeit - Zinsersparnis - Kostenersparnis
- Werksgemischte Produkte mit Qualitätsüberwachung
- Hohe Ebenflächigkeit, keine Randabsenkungen
- Hoher Brandschutz
- Frühere Belegereife durch Zwangstrocknung
- Optimal für den Sanierungsbereich - bis zur Großbaustelle

