ÖNORM 6550-1 und 2

Am 1.9.2006 trat die neue Thema ÖNORM 6550-1 und 2 „Gebundene EPS Dämmschichten für Wärme und Schallschutz" in Kraft"!

Im Rahmen der letzten VÖEH-Fachtagung stellte Mixit GF Egon Döberl, selbst Mitglied des Normenausschusses, die wichtigsten Eckpunkte dieser neuen Ö-Norm vor. Döberl, der auch am 7. Internationales Sachverständigentreffen des Deutschen Bundesverbandes für Estrich und Belag am 24. November in Nürnberg referieren durfte, hat aktiv am Zustandekommen der ÖNORM 6550-1 und 2 mitgewirkt. Nachstehend eine Zusammenfassung seines Referates anläßlich der VÖEH-Fachtagung.

Geschichte

Seit Beginn der neunziger Jahren kam durch die Verpackungsverordnung der Siegeszug von Polystyrolleichtbetonen. Aus recycliertem Verpackungsformteilen, Zement und Wasser wurde ein Leichtbeton der in erster Linie als Niveauausgleich unter Estrichen Verwendung fand. Bald wurde der neue Baustoff als Wärme und Trittschalldämmung verwendet. Einzelne Laborberichte sollten den Nachweis dazu liefern. Leider hatten diese Laborberichte mit den eingebautem Material auf der Baustelle nicht allzu viel gemeinsam. Zum Großteil wurde jedoch ungeprüfte Mischungen von EPS Rcyclingmahlgut und Zement verwendet. Ein Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen konnte durch verlässliche Werte nicht hergestellt werden. Der Vorteil auf unebenen Rohböden mit unzähligen Rohrleitungen konnte jedoch nicht von der Hand gewiesen werden. Vor drei Jahren wurde von Egon Döberl beim Vorsitzenden des Fachnormenausschusses für Dämmstoffe Senatsrat DI Fleck, der auch Leiter der Wiener Forschung und Versuchsanstalt MA39 ist, der Antrag zur Erstellung einer Produktnorm für gebundene EPS Dämmstoffe (Beschüttungen) gestellt. Am 1.9.2006 trat diese neue Norm in Kraft.

Wichtige Eckpunkte

Die Norm besteht aus zwei Teilen

  1. Herstellerteil
  2. Verarbeitungsvorschriften

Da es sich um eine Dämmstoffnorm handelt, gilt sie nur für gebundene Schüttungen die Anforderungen für den Wärme- und Schallschutz erfüllen müssen (Wärmeleitfähigkeit < 0,10 W/mK). Behandelt werden nur gebundene EPS „Schüttungen" (kein gebundenes Blähton, Blähglas, Vulkangestein „Perlite"). Styroporbetone (Leichtbetone) für den Niveauausgleich sind davon nicht betroffen.

Trockenfertigmischungen

Da es die Vergangenheit gezeigt hat, dass nur homogene Mischungen hohe Dämmwerte erzielen können und es sehr schwierig ist, dass äußerst leichte EPS (expandiertes Polystyrol) mit schweren Bindemittel (z.B. Zement) zweikomponentig in Mischanlagen vor Ort mit Wasser anzumischen, werden für die Anwendung als Dämmstoff nur trocken vorgemischte Dämmstoffschüttungen( EPS und Bindemittel) in dieser Norm erlaubt. Diese „Trockenmörtel" werden dann vor Ort in Mischanlagen mit Wasser angemischt und verlegt. Durch diese Trockenfertigmischung wird eine homogene gleichmäßige Dämmung erreicht.

Dichte als Qualitätsmerkmal

Wichtigstes Qualitätsmerkmal ist die Dichte des Dämmstoffes und darf in allen drei „Zuständen" nur minimale Abweichungen (je nach Anwendung ca. +/- 10%) aufweisen:

  1. Schüttdichte (trocken vorgemischtes Dämmgut)
  2. Frischmörteldichte (Trockengemisch mit Wasser angemischt)
  3. Trockenrohdichte (fertig abgebundene Dämmung)

So können die hohen Anforderungen an Dämmstoffe am Bau erreicht und sichergestellt werden.

Folgende Produkttypen werden unterteilt:

BEPS W            Dämmstoff für Herstellung nicht belastbarer Dämmschichten für  den Wärmeschutz

BEPS WD            Dämmstoff für Herstellung belastbarer Dämmschichten für den Wärmeschutz

BEPS T                       Dämmstoff für Herstellung belastbarer Dämmschichten für den Trittschallschutz

(je nach Nutzlasten BEPS T 350, 650, 1000)

Anforderungen für die Verarbeitung

Im Teil 2 sind mitunter die Anforderungen, welche für die normgerechte Verarbeitung an der Baustelle erfüllt werden müssen, beschrieben.

1.       Messen der durchschnittlichen verlegten Dämmstärke

2.       Messen der Frischmörteldichte ( alle 10m³)

3.       Herstellung eines Rückstellmusters um die Trockenrohdichte überprüfen zu können

4.       Feststellen der Belegereife (Begehbarkeit und messen der zulässigen Restfeuchte)

In anderen Ländern hat diese nationale Produktnorm so großes Interesse geweckt, dass voraussichtlich 2007 mit einem europäischen Normvorhaben für diesen Dämmstoff begonnen wird. Die Norm kann am österreichischen Normungsinstitut in 1020 Wien, Heinegasse bezogen werden. Der VÖEH überlegt die Herausgabe einer „Fibel" für die praktische Umsetzung dieser neuen Ö-Norm

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