Mischempfehlungen für Estrichzusätze

Im Rahmen der letzten VÖEH-Tagung gab der Sachverständige KR Werner Paul eine ausführliche Stellungnahme betreffend „Zusätze für austrocknungs und erhärtungsbeschleunigte, zementgebundene schwimmend und gleitend verlegte Estriche“ ab.

Nachstehend eine Zusammenfassung des Referates von KR Paul, der gleich zu Beginn darauf hinwies, das grundsätzlich die technischen Info-Blätter über diese Zusatzmittel alle Details enthalten. Leider werden diese oft nicht genau beachtet.

Diese Zusatzmittel funktionieren nur dann, egal von wem sie geliefert werden, wenn:

  • Eine Verlegetemperatur von 10 – 15° C und eine max. Luftfeuchte von 65 % vorhanden ist.
  • Ein Estrichsand, Körnung 0/8, Sieblinie A/B 8 verwendet wird.
  • Zement der Güteklasse CEM I 32.5 R als Bindemittel genommen wird.
  • Die Zusatzmittel richtig dosiert werden.
  • Die Wasserzugabe richtig dosiert wird, das Estrichmischgut soll erdfeucht eingestellt sein. Mit der ersten Wasserzugabe wird das Zusatzmittel beigegeben, „Mischzeit ca. 2 min.”

MISCHEMPFEHLUNG FÜR ESTRICHZUSÄTZE IN DRUCKLUFT-FÖRDERANLAGEN (Estrichpumpe):

  • Pumpe bis max. zur Hälfte mit Zuschlag befüllen
  • Zugabe Bindemittel
  • Zugabe 2/3 des Anmachwassers zuzüglich Zusatzmittel
  • Zugabe Restzuschlagmenge
  • Zugabe des restlich notwendigen Anmachwassers zur Einstellung der Konsistenz

Ab der Zugabe des Zusatzmittels sollte eine Mischzeit incl. der notwendigen Zeit für die abschließende Befüllung von ca. 2 min. eingehalten werden!

Vorteile der Einhaltung einer Nachmischzeit:

  • Verbesserte Mörtelkonsistenz und einfachere Verarbeitung
  • Geringerer Bedarf von Anmachwasser und somit günstiger w/z-Faktor
  • Verkürzung der Förderzeit und gleichmäßige Förderung des Mörtels
  • Verbesserte Wirkung und Nutzung des Zusatzmittels
  • Verminderung von Aufschüsselungen und Rissen
  • Verbesserung der Estrichqualität

Für die bestimmungsgemäße Wirkung von Spezialzusätzen ist eine ausreichende Nachmischzeit zwingend notwendig!

Die Angabe über Trockenzeiten beziehen sich auf normgemäße Estrichdicken von 45 bis ca. 50 mm.

Feuchteermittlung vom Estrich:
Gemäß ÖNORM B 2236 Klebearbeiten für Bodenbeläge „Werkvertragsnorm“ ist die Probe zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes aus der unteren Hälfte der Estrichplatte zu entnehmen. Zuschlagskörner dürfen nicht entfernt werden. Die Messung erfolgt mit dem CM-Gerät. Die Einwaage im jungen Alter des Estrichs beträgt 20 g. Im Bereich der Verlegereife 50 g. Danach ist das CM-Gerät zu schließen, gut zu schütteln und nach 10 min. der Wert abzulesen. Die Messung erfolgt in jedem Geschoß und je angefangene 300 m2.

Der Oberbelag soll nach Erreichen der Verlegereife des Estrichs verlegt werden, da bei ungünstigen bauklimatischen Bedingungen eine teilweise Rückfeuchtungung des Estrichs nicht auszuschließen ist.



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