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Fachtagung 2019

Der Verband der österreichischen Estrichhersteller (VÖEH) thematisiert die Probleme der Estrichleger und arbeitet kontinuierlich an deren Verbesserung. Zur jährlichen Generalversammlung trafen sich die Verbandsmitglieder heuer im Salzkammergut. Neben dem Bericht über die Verbandsaktivitäten und der Neuwahl des Vorstandes gab es ein Ausflugsprogramm, um den Meinungsaustausch zu forcieren und das Netzwerk zu vertiefen.

Mehr als 50 Mitglieder waren am 26. September 2019 zur VÖEH-Generalversammlung ins Salzkammergut angereist und bestätigten mit ihrer Anwesenheit die Arbeit des Verbandes, der auch im vergangenen Jahr nicht untätig war und einige Initiativen auf den Weg gebracht hat. Dazu gehört zum Beispiel die Erstellung einiger wichtiger technischer Merkblätter, die Mitarbeit im Normenausschuss, die Zusammenarbeit mit dem Trockenbauverband für die zukünftige Installation eines HTL Zweiges „Trockenbaumanagement mit Estrichschwerpunkt“ und die erstmalige verbandsübergreifende Zusammenarbeit mit Trockenbauer, Estrichhersteller, Innenputzer, Elektriker, Installateur, Abdichter und Fliesenleger am Beispiel „Unser Bad“. „Das Bad beinhaltet alle Professuren, daher soll in Form von Merkblättern bzw. in der Ausarbeitung von Richtlinien das Zusammenwirken aller Gewerke festgehalten werden. Aber noch gibt es einigen Diskussionsbedarf“, erläuterte Robert Tucheslau, technischer Referent des VÖEH-Vorstandes. Die Vorstellung der Ergebnisse sollte anlässlich der Veranstaltung „KERAMIKO 2020“ im Jänner kommenden Jahres erfolgen.

VÖEH Ombudsmann
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Aufnahme des gerichtlich beeideten Sachverständigen Walter Riegler in den VÖEH Vorstand, der zusätzlich die Funktion eines Ombudsmannes übernehmen wird. „Walter Riegler, der auf über mehr als 20 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann, wird als Ombudsmann Hilfestellung bei schriftlichen Anfragen von Estrichhersteller-Mitgliedsbetrieben leisten“, sagte Tucheslau. Noch steckt dieses Vorhaben in der Entwicklungsphase – erst in der Praxis wird sich das Ausmaß dieser Tätigkeit weisen. Geplant ist jedenfalls, dass dieses Service den Mitgliedern kostenlos zur Verfügung steht. Zu den Aufgaben des Ombudsmannes zählt die Unterstützung der Estrichhersteller im Streitfall als neutraler Vermittler für Problemlösungen sowie bei technischen Lösungen. „Der Ombudsmann wird ausschließlich im Rahmen des VÖEH tätig und nicht als Person des Sachverständigen“, erläuterte Walter Riegler und ergänzt: „Es besteht natürlich die Möglichkeit, mich als Person des Sachverständigen bei Bedarf zu beauftragen“. Die Kontaktaufnahme im Anlassfall soll ausschließlich schriftlich per E-Mail erfolgen (ombudsmann@estrichverband.at). Mehr Details zum Ombudsmann werden den Mitgliedern in einer eigenen Aussendung mitgeteilt.

Neben der neu eingerichteten Funktion des Ombudsmannes präsentierte Walter Riegler in einem eigenen Vortrag auch das Merkblatt 3.1 – Zeit- und lastabhängige Verformungen bei Zementestrichen, das den Verbandsmitgliedern bereits im Mitgliederbereich der VÖEH-Website zum Download zur Verfügung steht. Dieses Hinweisblatt behandelt konventionell hergestellte schwimmende und gleitende Zementestriche und deren Eigenschaften in Bezug auf zeit- und lastabhängige Verformungen. Hierbei sollen die Ursachen und die Auswirkungen durch diese Eigenschaften erläutert werden sowie die Zuordnung der Verantwortlichkeiten dargestellt werden.

Weitere neue technische Merkblätter („Aufschüsselungen von Estrichen“, „Notwendigkeit und Anordnung von Fugen“) sind bereits in Ausarbeitung. Nach wie vor auf der Agenda des Verbandes steht die VÖEH-Politkampagne, die schon vor zwei Jahren begonnen wurde. Ziel: dem Lohn- und Sozialdumping mit Ideen entgegenwirken, eine nationale Lösung und die Einführung maßgeblicher Kriterien in die Förderrichtlinien, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer eine Möglichkeit der Durchsetzung, vor allem in rechtlicher Hinsicht, ausarbeiten. „Es gibt immer was zu tun“, meinte Robert Tucheslau zum Abschluss seines Berichts über die Verbandsaktivitäten und forderte die Mitglieder auf, sich mit Ideen und Kritik einzubringen.

Neuwahl und Ehrenmitgliedschaft
Verbandsobfrau Christa Pachler leitete schließlich zur Neuwahl des Vorstands über und erklärte sich bereit, weitere zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. Besonderer Dank galt den langjährigen Vorstandsmitgliedern Franz Böhs (Schriftführer) und Robert Tucheslau (Technischer Referent), die nun aus dem Vorstand ausschieden, aber mit der Ehrenmitgliedschaft überrascht wurden. „Franz Böhs war Gründungsmitglied und hat immer sehr gewissenhaft gearbeitet. Robert Tucheslau war unser wichtigster Mann im Vorstand und hat Wesentliches für den Verband geleistet. Bei Fragen werden wir sicherlich auf die Erfahrung und das Wissen der beiden zurückgreifen.“

Firmenpräsentation und geselliger Ausklang
Im Anschluss an die Generalversammlung präsentierten Bernhard Brandl und Egon Steinacher von der Firma B+M NewTec ein Mehrwertmodell für den Estrichleger bei aktivierten Flächen und dünnschichtige Sanierungssysteme. Geschäftsführer Brandl erläuterte die Möglichkeit, bei der Kalkulation auch die Fußbodenheizung mitaufzunehmen. „Wir haben dafür das Gewerbe und würden als Subunternehmer für euch auftreten.“ Über Anwendungstechniken und Beispielen aus der Praxis referierte im Anschluss Egon Steinacher.

Um die Möglichkeit des persönlichen Austausches zu verlängern und das Netzwerk zu vertiefen, stellte der VÖEH-Vorstand diesmal ein Ausflugsprogramm zusammen. Im Anschluss an die Generalversammlung ging es gemeinsam mit der Zahnradbahn auf den Schafberg. Allerdings war den Ausflüglern nur ein kurzer Ausblick gegönnt, bevor der Nebel endgültig dicht machte. Da der Panoramarundgang ausfiel gab es einen kurzen Zwischenstopp im Gipfelhotel bevor es wieder talwärts ging. Den Abschluss machte ein gemeinsames Abendessen in der Dorfalm in St. Wolfgang. Viel Gaudi gab es beim VÖEH-Nagelwettbewerb, den Manfred Auer für sich entscheiden konnte, vor Thomas Weißenberg und Johann Müllner.




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